
Moin oder auch Moin Moin.
Man könnte meinen das "Moin" von "Morgen" kommt, das stimmt aber nicht. Moin stammt von moi (-> schön, gut) Mit Moin wünscht man also einen "Moien" (schönen) Tag, somit wird der Gruß auch von früh morgens bis spät in der Nacht verwendet. Jemandem mit Fremdsprachen Kenntnissen dürfte Auffallen, das viele „"Platte" Wörter auch im Englischen auftauchen. Das liegt daran das sehr viele Ostfriesen Anfang des 19.Jahrhunderts aus Armutsgründen auswanderten, auch heute gibt es in anderen Ländern, z.b. den Staaten noch ganze Orte in denen Platt gesprochen wird. Auffallend sind auch die vielen, dem Französisch ähnlichen Wörter im Ostfriesischen, dieses liegt daran, das Ostfriesland von 1806-1813 zum napoleonischen Frankreich gehörte.
Hier ein paar kleine Informationen für nicht "Plattsnacker" über Plattdeutsch. Obwohl man ja eigentlich betonen sollte, das wir in Ostfriesland nicht "Snacken" sondern "Proten"! (prooten gesprochen)
In den 70er und 80er Jahren, wurde uns in der Schule das "Platt" verboten, heute wird es gefördert.
Der Vorteil liegt unter anderem darin, das nicht nur eine alte Sprache erhalten-, sondern auch das erlernen weiterer sprachen erleichtert wird.
Viele jugendliche verwenden heute das "Platt" weil es "Cool" rüberkommt, wobei es früher eher peinlich war, wenn man gesprochen hat wie ein "Bauer".
Heute: Frei nach Ina Müller; Platt is nich Uncool !
Das schwierige am Plattdeutschen ist die Aussprache, auch ein Problem ist, das von Region zu Region gleiche Wörter völlig anders ausgesprochen werden, wie z.b. wenn ein Wort mit "Of-" beginnt, wird es mal "Off" und mal "Aff" gesprochen, aber das sind Kleinigkeiten über die man gern hinweg sieht, also keine Angst beim ausprobieren.
Weitere Tipps:
Ein langes a wie in „"maken" ( -> machen) wird fast wie O ausgesprochen also fast "mokken". Ein Sch- am Wortanfang z.b. bei Schapp (-> Schrank) klingt in Ostfriesischen Regionen wie Schg- also Schgapp.
Wörter die mit "St-" beginnen, z.b. Steert (-> Schwanz), werden nicht wie im Hochdeutschen wie Scht-, sondern mit scharfen "S" ausgesprochen. Also "S-teert."
Ähnlich verhält es sich am satz ende, z.b. wird aus "g" ein sanftes "ch", also das Wort „"Fleeg" (-> Fliege) wird dann Fleech ausgesprochen.
Eine weitere Eigenart der Ostfriesen ist, sie halten die Sätze so kurz wie möglich, um aber alles ein wenig netter klingen zu lassen, werden gern mal Lückenfüller wie z.b. "al" eingesetzt, Ik bün daar (-> Ich bin da) klingt mit "al" viel netter, also : Ik bün al daar. (Auch hier wieder: daar->fast wie door)
Gerne wird auch mal ein "Wa" als Bestätigung eingesetzt, Ik bün al daar, wa? Oder Ik wull denn wall los, wa? oder; Moi, wa?
Verschönernd wirkt auch ein "Ins" z.b. Kam ins her (-> komm mal her) oder Kiek ins (-> Guck mal). Der Ostfriese an sich redet zwar nicht viel und gerne, aber im schimpfen ist er ein Meister, beispiele möchten wir hier nicht nennen, aber sollten sie gemeint sein, werden sie es an der Betonung schon merken.
Wenn man Menschen begegnet, deren Nachnamen auf -nga, -ena oder -ema Endet, also z.b . Abdena, Beninga, Fockena oder Ukena, kann man sich sicher sein, das ihre vorfahren aus Ostfriesland stammen, Ursprung sind die früher überall vertretenen Häuptlinge die solche oder ähnliche Namen trugen.
Wo wir schon beim Thema Namen sind: Ostfriesische Namen sind für "Außerfriesische" sehr Gewöhnungsbedürftig.
Beliebte Mädchen Namen sind unter anderem: Aafke, Engelina, Ettje, Foline, Geeske, Gesine, Haaske, Hieltje, Ihnke, Imke, Ocka, Siefke, Swantje, Tätje, Taline, Trientje, Wiebke oder Wübke.
Jungen heißen oft: Abbo, Coord, Eilert, Enno, Fokko, Freerk, Habbo, Hinni, Joke, Klaas, Menno, Mimke, Ocko, Onno, Otto, Siebelt, Tamme, Tjark, Ubbo, Ufke, oder Weert.
In Ostfriesland werden auch gerne die Vor- mit den Nachnamen kombiniert, wie z.b.:
Freerk Freerks, Jan Janssen, Eilt Eilers, Harm Harms, Onno Onnen oder Enno Ennen.
Eine weitere Angewohnheit der Ostfriesen ist, das sie gerne "Ökelnaam (Ökelnoom gesprochen, wir erinnern uns, langes a entspricht fast ein O ) (->Spitznamen) verteilen.
Z.b. Henny Grien ist ein Mädchen das immer grinst, oder Jan Bölk für jemanden der oft oder laut brüllt.
Zum Abschluss noch; Ostfriesen sind nette, hilfsbereite Menschen, sie sind eher schweigsam, lieben das harte leben; den rauhen Wind, machen stolz ihre arbeit und haben sehr viel Humor, letzteres bemerkt man aber oft zu spät. Kurz: Man mag sie, oder nicht, dem Ostfriesen ist es egal, er will das man ihn so nimmt wie er ist, oder man lässt es.
Fazit: Das Land ist Platt, die Sprache nennt sich Platt, aber der Ostfriese steht fest und Aufrecht im Leben.
Zusammengestellt und geschrieben von Hotte.
u.a. mit Informationen von Langenscheidt.
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Geschrieben von Hotte am Samstag, 20. Januar 2007